Dort, wo alle gern ihre Zeit verbringen möchten,
sorgen Widmungen dafür, dass es auch für die Einheimischen lebenswert bleibt.
Zweitwohnsitze in Österreich sind die Orte, an denen man die Weihnachtstage und/oder Silvester verbringt, die Wochenenden. Und immer häufiger auch die Sommerferien, seitdem Worte wie Schnürlregen eher aus den Erzählungen der Älteren bekannt sind als aus leidvoller eigener Erfahrung. Sie sind dort besonders gefragt, wo man Skifahren, Wandern und Baden kann, gern genommen ist ein Golfplatz in der Nähe – und natürlich die passende Infrastruktur vom Bootsverleih bis zum Skischaukel-Zugang, von guten Restaurants bis zu exklusiven Shopping-Möglichkeiten.
„Fast immer gewünscht“
„Inzwischen wird fast immer eine offizielle Widmung als Zweitwohnsitz gewünscht“, berichtet Günther Seidl, Inhaber von Seidl Immobilien in Velden. Gibt es diese nicht, lässt oft das Interesse nach. Zumal dann, wenn es sich nicht um einen Seegrund, sondern eine Wohnung in der zweiten Reihe handelt.
Am Wörthersee sind ebenfalls vor allem die wirklichen Toplagen gefragt – und auch zu haben. „Es sind heuer schon sieben oder acht große Seegründe verkauft worden. 2024 waren es gerade einmal drei“, berichtet Seidl. Die Leute seien wieder interessierter und der Markt entsprechend gut. Aber trotz Toplage nur in der ersten Reihe und mit eigenem Haus. „Der Wohnungsmarkt ist heuer noch der schwierigste am See. Der wird meiner Meinung nach erst nächstes Jahr wieder kommen“, ist Seidl überzeugt.
Selektiv selbst bei Seegründen
Überhaupt seien die Käufer derzeit noch sehr selektiv: Sie lassen sich selbst bei solchen Seegründen Zeit, die vor drei Jahren noch umgehend aus der Angst heraus gekauft wurden, dass sie sich sonst in drei Tagen jemand anderes gesichert hätte. „Da wird besichtigt, und auch wenn das Objekt gefällt, hört man ‚Wir kommen dann am Jahresende noch mal wieder‘. In der Zwischenzeit wird mit dem Steuerberater und Freunden gesprochen, weil niemand einen Fehler machen will“, berichtet Seidl. Was durchaus nachvollziehbar ist, denn für Seegründe am Wörthersee werden nach wie vor zweistellige Millionenbeträge fällig. „Zehn bis 15 Millionen sind gang und
gäbe“, sagt der Makler.