Die Preise für Seeimmobilien in Kärnten sind
in den vergangenen Jahren rasant gestiegen.

Wer heute eine Wohnung mit Seezugang am Wörthersee kaufen will, muss tief in die Tasche greifen: Einstiegspreise liegen laut dem Kärntner Makler Günther Seidl, der auf Seeimmobilien spezialisiert ist, mittlerweile bei rund 14.000 Euro pro Quadratmeter, in absoluten Spitzenlagen seien sogar bis zu 25.000 Euro möglich. Grundstücke, die vor etwa 15 Jahren noch für 1,5 Millionen Euro verkauft wurden, kosten heute teils sieben Millionen Euro.

Entscheidend ist, ob eine Immobilie direkt am Wasser liegt und über einen eigenen Seezugang verfügt – oder ob zwischen Haus und Ufer noch eine Straße oder Promenade verläuft. Gerade Objekte in erster Reihe hätten sich in den vergangenen Jahren massiv verteuert. In der zweiten Reihe liegen die Quadratmeterpreise derzeit zwischen 9000 und 10.000 Euro. Neben der hohen Nachfrage treiben auch gestiegene Bau- und Grundstückskosten die Preise nach oben.

Teures Pflaster

Der Wörthersee gilt dabei als teuerstes Pflaster Kärntens. Für Grundstücke werden dort laut Seidl zwischen 5000 und 7000 Euro pro Quadratmeter verlangt. Deutlich günstiger sei der Ossiacher See, wo die Quadratmeterpreise bei rund 2500 Euro liegen.

An die Kärntner Seen wollen vor allem Käuferinnen und Käufer aus Österreich, sie machen rund 65 Prozent aus. Dahinter folgen Interessenten aus Deutschland sowie vereinzelt Käuferinnen und Käufer aus anderen Ländern. Wer einen Blick ins Grundbuch wirft, wird dort auffallend viele Wiener Adressen finden, sagt Seidl: „Sie haben großes Vermögen und sind das Zielpublikum Nummer eins.“

Kaum neue Projekte

Wie sich der Markt der Kärntner Seeimmobilien weiterentwickelt, ist aktuell offen. Neue Bauprojekte direkt am See seien mittlerweile kaum noch realisierbar. Einerseits fehle oft der politische Wille, andererseits seien solche Vorhaben aufgrund der explodierten Grundstückspreise wirtschaftlich nur schwer umsetzbar, sagt Seidl. Hinzu komme die angespannte Lage vieler Projektentwickler. Gerade Ferienimmobilien müssen stark vorfinanziert werden, weil Käuferinnen und Käufer erst zugreifen, wenn Projekte fertiggestellt sind. „Die Leute wollen sehen, was sie kaufen, weil sie ja kein dringendes Wohnbedürfnis haben“, sagt Seidl. Die Wohnung am See ist für viele eben kein notwendiger Wohnraum, sondern ein Luxus für freie Tage.

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